Traditionelle Chinesische Medizin

Martin Berlinger

Philosophie

Ich verstehe die chinesische Medizin (TCM) traditionell als eine umfassende Unterstützung für die uns anvertrauten Klienten. Die Arbeit mit Nadeln (Akupunktur), den Händen (Tuina) oder mit Kräutern (Phytotherapie) ist nur ein Teil der ganzen Therapie. Sie ist das letzte, aber nicht immer das wichtigste Element im gesamten Ablauf.

Am Anfang des Prozesses steht zwingend ein Gespräch, bei dem sich der Therapeut Zeit nimmt. Ein echtes, empathisches und nicht wertendes (unaufgeregtes) Interesse für die Probleme der Klienten spielt dabei eine mindestens so wichtige Rolle wie die präzise Analyse und Behandlung der gesundheitlichen Störung nach den Kriterien der TCM.

Ein Therapeut, der nur Nadeln sticht, manuell arbeitet oder Arzneimittelrezepturen verschreibt, wird dabei meist das Ziel verfehlen.
Oft zeigen sich erst im ausführlichen Gespräch die Gründe oder Zusammenhänge einer gesundheitlichen Störung. Je nach Problem kann sich der zeitliche Aufwand dafür erheblich unterscheiden.

Auch im Verlauf des Prozesses ist es wichtig, Fortschritte und Veränderungen immer wieder von neuem zu überprüfen und aktuelle Beobachtungen in die nächsten Behandlungen einfliessen zu lassen. Auch können praktische Anleitungen und unterstützende Tipps zur Heilung oder mindestens Linderung der Beschwerden beitragen.

Nach diesem Prinzip arbeite ich mit meinen Klienten. Es bietet, nach meinem Erachten, die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie.


Indikationenliste

Die WHO (World Health Organisation) hat für AKUPUNKTUR folgende Indikationenliste erstellt:

Neurologische Erkrankungen
• Kopfschmerzen
• Migräne
• Gesichtsnervenlähmung
• Ischialgie
• Schluckauf
• Lähmung durch Schlaganfall
• Zwischenrippenneuralgie
• allgemeine Neuropatien (Nervenleiden)
• Epilepsie
• neurogene Blasendysfunktion

Orthopädische Erkrankungen
• Tennisellbogen
• Lumbago (Hexenschuss)
• Erkrankungen des Kniegelenks
• Schulter-Arm-Syndrom

Gastrointestinale Erkrankungen
• Schluckauf
• Krämpfe der Speiseröhre und des Mageneingangs
• akute und chronische Gastritis
• zuviel Magensäure
• Verstopfung / Durchfall
• gereizter Darm

Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten
• Schnupfen und chronische Rhinitis
• Labyrinthschwindel
• Taubstummheit
• Heuschnupfen
• Mittelohrentzündung
• allgemeine Erkältungskrankheiten
• Ohrensausen
Innere Erkrankungen
• akute Bronchitis
• Asthma bronchiale
• Herzinsuffizienz
• Hypertonie (Bluthochdruck)
• Hypotonie (niederer Blutdruck)
• Magenschmerzen
• Struma (Kropf)
• Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse)

Augenkrankheiten
• Farbenblindheit
• Bindehautentzündung
• Retinitis (Entzündung der Netzhaut)
• Katarakt (grauer Star)
• Glaukom (grüner Star)
• Myopie (Kurzsichtigkeit)

Erkrankungen der Mundhöhle
• Zahnschmerzen
• Schmerzen nach Zahnextraktion
• Zahnfleischentzündung
• akute und chronische Rachenentzündung

Notfallbehandlung
• Hitzschlag
• Krampfanfälle
• Schock
• Bewusstlosigkeit
• Kollaps

Hautkrankheiten
• chronisches Ekzem
• Neurodermitis
• allergische Dermatosen
• Erysipel (Wundrose)
• Urtikaria (Nesselsucht)

Geschichte

Die ältesten Wurzeln der TCM verlieren sich in der Vergangenheit. Man schätzt das Alter der ersten Vorläufer auf ca. 5000 Jahre. Diese waren noch stark schamanisch geprägt. Aber bereits 200 v.Ch. existierte eine hoch entwickelte Akupunktur und Kräutermedizin.

Heute zählen wir fünf Gebiete zur TCM:
• Akupunktur, dazu zählen wir auch Moxa (Wärme behandlung), Schröpfen und Gua Sha (Schabtechnik)
• Tuina (Chin. Manualtherapie)
• Phytotherapie (Kräutermedizin)
• Diätetik (Ernährungslehre)
• Qi Gong (Bewegungsformen zur Stärkung der Gesundheit)
Die TCM wird seit Beginn ständig weiter entwickelt. Viele umfangreiche Schriften aus den letzten beiden Jahrtausenden belegen dies. Trotz der alten Wurzeln, ist sie oft unglaublich aktuell. So wurde z.B. 200 n.Ch. in einer heute noch verfügbaren Formelsammlung der Kräutermedizin eine Krankheit beschrieben, die man heute als Burnout bezeichnen würde.








Akupunktur

Akupunktur. Nadeln
Dies ist die klassische Form der Akupunktur. Es werden feine Nadeln an genau definierten Stellen, den Akupunkturpunkten, gesetzt, um Einfluss auf das energetische Gefüge des Menschen zu nehmen. Ziel ist dabei immer, den Energiefluss (Qi) wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen z.B. wenn er stockt, zu schwach ist, in die verkehrte Richtung, asymmetrisch oder zu schnell fliesst.
Die meisten wichtigen Akupunkturpunkte finden sich auf den sog. Meridianen. Man könnte diese das energetische Grundgerüst des Körpers nennen. Sie versorgen alle Körperteile mit Energie und übernehmen den Informationsaustausch zwischen innen und aussen, aber auch zwischen den verschiedenen Körperarealen bzw. Organen.
Eine besondere Form ist die Stimulation oder Unterstützung mit Dauernadeln. Diese sind sehr fein und nur ca. 0.5-1mm lang. Diese kommen z.B. bei Allergiebehandlungen zum Einsatz. Häufig setzt man sie an den Ohren.


Akupunktur. Stäbchen
Bei besonders schmerzempfindlichen Menschen oder auch bei Kindern können Punkte (oder auch ganze Meridiane) durch ein Stäbchen stimuliert werden. Diese Technik ist weitgehend schmerzfrei. Die Stimulation entspricht nicht ganz der Intensität der AP mit Nadeln.

Akupunktur. Laser
Seit einigen Jahren werden auch zunehmend häufiger Lasergeräte einen Platz in der Akupunktur eingesetzt. Die Arbeit mit dem Laser ist im Prinzip die Gleiche wie mit den Nadeln. Laser-Akupunktur ist absolut schmerzfrei, wenn auch in der Regel nicht ganz so differenziert anwendbar wie die herkömmliche Akupunktur mit Nadeln.

Laser-Akupunktur hat ihre Berechtigung vor allem in der Arbeit mit Kindern oder sehr schmerzempfindlichen Patienten und in der Dermatologie. Speziell interessant ist ihre entzündungshemmend Wirkung bei lokalen Schmerzen wie z.B. Tennisellbogen, Achillessehnenentzündung usw.

Schröpfen

Schröpfen ist eine Technik, die in verschiedenen erfahrungsmedizinischen Richtungen auf der ganzen Welt angewendet wird. Dabei werden Cups aus Glas, Kunststoff oder Bambus auf die betroffenen Stellen gesetzt. In den Schröpfkugeln wird ein Unterdruck durch Erhitzen der Luft oder durch eine Pumpe erzeugt. Die dadurch entstehende Dehnung im Gewebe löst Stagnationen, die durch Kälte oder Verspannungen entstehen.


Die Durchblutung wird erhöht und Verklebungen im Bindegewebe wieder gelöst. Schröpfen hat auch einen bewegenden Einfluss auf die inneren Organe, entsprechend den behandelten Punkten und Zonen.

Es gibt verschiedene Schröpftechniken. Z.B. fix mit vielen Schröpfkugeln, Schröpfmassage, bei der die Kugeln über verhärtete oder verspannte Muskeln bewegt werden, oder auch das blutige Schröpfen, bei der einig Tropfen Blut aus einer winzigen Verletzung gezogen werden.

Moxa

Moxa ist die Wärmebehandlung von Akupunkturpunkten oder Zonen. Bei dieser Technik wird mit verglühendem Beifusskraut Wärme erzeugt. Angewendet wird sie z.B. wenn Kälte in eine Körperregion eingedrungen ist oder bei Energiemangel bei Fehlernährung oder nach längeren Erkrankungen.
Moxa erwärmt entweder eine bestimmte Körperregion (z.B. Schultern, Bauch, Kreuz) oder über die Merdiane ein bestimmtes Organ (z.B. Nieren, Magen). Moxa wird oft ergänzend zur Akupunktur angewendet.


Gua Sha

Gua Sha ist eine Technik aus der Asiatischen Volksmedizin. Bei ihr wird mit einem Schaber (oft aus Horn) eine Körperstelle stimuliert, um hartnäckige Blockaden in den Organen oder den Muskeln zu lösen.

Dabei entsteht eine Art „Ausschlag“ (Sha), der viel Bewegung in das Areal bringt und so die Heilung unterstützt.

Die Technik ist leicht zu erlernen, darf aber in ihrer Effizienz nicht unterschätzt werden.

Tuina

Tuina (Tui Na oder An Mo) ist die Chinesische Manualtherapie (oft auch CM). Sie wird häufig als Chinesische Massage bezeichnet. Dieser Begriff greift jedoch zu kurz, da nebst einer Vielzahl differenzierter Massagetechniken viele Griffe zur Mobilisation, Lösung von Stagnationen, Dehnung, Korrektur von Fehlfunktionen und Fehlstellungen zur Anwendung gelangen.

Klassisch gehört auch das Richten von ausgerenkten Körperteilen, Knochenbrüchen, blockierten Wirbeln usw. dazu.
Viele dieser Techniken dürfen jedoch bei uns nicht angewendet werden, da sie nur ärztlichen Spezialisten (z.B. Chiropraktiker) erlaubt sind.

Die im Westen bekannte Akupressur ist ein Teilgebiet des Tuina. Dabei werden in der Behandlung Akupunkturpunkte oder Teile von Meridianen durch Druck stimuliert. In China wird diese Art traditionell nur innerhalb einer ganzen Tuina-Therapie angewendet.


Hypnosetherapie

Um die Hypnose ranken sich viele Geschichten. Die meisten davon sind falsch, oder sie vermitteln zumindest ein irreführendes Bild dieser wertvollen Methode.
Ich verwende daher öfter das Wort Trancearbeit. Dieses beschreibt den Therapieansatz ebenso genau, ist jedoch weniger mit Vorstellungen und Ängsten behaftet wie Hypnose.
Während einer klinischen Hypnose befindet sich der Klient (bzw. die Klientin) nur in einer leichten Trance, ähnlich der Phase kurz vor dem Einschlafen oder nach dem Erwachen. Er ist jederzeit voll handlungsfähig. Er könnte jederzeit stoppen, wenn die Therapie in eine Richtung geht, die er nicht möchte.


Die Hypnose ist, für sich allein gesehen, noch keine Therapieform, sondern ein sehr interessantes und nützliches Werkzeug, um den Klienten durch einen Ablösungs- oder Klärungsprozess zu geleiten bzw. zu führen, oder um therapeutische Interventionen, die man im Gespräch zuvor definiert hat, zu festigen, und zu verankern.
Hypnose oder Trancearbeit kennt ein sehr weites Anwendungsgebiet. Dieses reicht vom Coaching für Sportler über die Arbeit an Stresssymptomen, Ängsten und Phobien bis zu Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion. Sie wirkt auch unterstützend, um belastende und einschränkende Glaubensstrukturen aufzuweichen und neue, bessere Erfahrungen machen zu können.

Martin Berlinger

Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom in Traditioneller Chinesischer Medizin TCM

A-Mitglied
beim TCM Fachverband Schweiz (tcm-fachverband.ch), von EMR (emr.ch) und ASCA (asca.ch) anerkannt. Bei der Naturärzte Vereinigung Schweiz (nvs.swiss)

Spezialgebiete:
Bewegungsapparat (Kreuz- und Schulterschmerzen, Beckenfehlstellungen, Sehnenentzündungen), Aktivität und Ruhe (Innere Unruhe, Anspannung, Schlaflosigkeit, Schwindel), Arbeit und Beruf (Überarbeitung, Ängste, Stress, Burnout), Umgebung (Allergien, Hypersensibilität), Innere Organe (Verdauungsstörungen, Atembeschwerden, Herzklopfen) Frauenthemen (Menstruationsstörungen, Infertilität, Schwangerschaftsbegleitung, Geburtsvorbereitung). Und vieles mehr.





1992 – 1995
TCM Studium
an der School of Chinese healing Arts, Winterthur

1995 – 2004
Selbständige Akupunkturpraxis
bei Dr. H. Tschumi, Berikon

Seit 2004
Eigene TCM-Praxis, Bremgarten

2006
Gründung TCM Zentrum Freiamt

2012 – 2014
Tuina-Ausbildung an Sake-Schule, Bern

2015
Höhere Fachprüfung (HFP) bestanden,
mit dem Titel: Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom in Traditioneller Chinesischer Medizin

Seit 2018
Berufsausübungsbewilligung des Kantons Aargau (Neue Gesetzgebung seit 1.1.2018)

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Martin Berlinger

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